09. August 2013 · Comments Off · Categories: Entwicklung, Forschung und Wissenschaft

Zweite Heidelberger Hundertjährigen-Studie beschreibt Alltag und Stärken von Hochaltrigen

Idefix Theater

Foto: Rainer Schmidtke www.rs-photoart.com

In Deutschland hat sich die Zahl der Hundertjährigen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Dass diese Hochaltrigen heute geistig und körperlich fitter sind als diejenigen früherer Generationen, belegt eine repräsentative Untersuchung von Forschern der Universität Heidelberg mit Menschen im Alter von 100 Jahren in der Stadt und Region Heidelberg. Mit der Zweiten Heidelberger Hundertjährigen-Studie, die von der Robert Bosch Stiftung und der Dietmar Hopp Stiftung gefördert wurde, haben Wissenschaftler des Instituts für Gerontologie der Ruperto Carola ein umfassendes Bild von Hundertjährigen und ihrer Lebenssituation ermittelt. Dabei hat sich gezeigt, dass für die Lebensqualität und Zufriedenheit von Senioren mit sehr hohem Alter psychologische Stärken wie eine optimistische Einstellung und Lebenswillen wichtiger sind als die geistige Leistungsfähigkeit oder Gesundheit.

http://www.uni-heidelberg.de/presse/news2013/pm20130719_hd100_II.html

 

24. June 2013 · Comments Off · Categories: Forschung und Wissenschaft, Psychologie · Tags:

Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zeigen eine Verminderung der grauen Substanz in einer für das Empfinden von Mitgefühl relevanten Region des Gehirns. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team von Wissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Freien Universität Berlin im Rahmen einer Kooperation im Excellenzcluster „Languages of Emotion“. Die Studie ist jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Psychiatric Research* publiziert.

Als narzisstische Persönlichkeitsstörung wird eine tiefgreifende Störung des Selbstwertgefühls bezeichnet. Dabei leiden Menschen mit Narzissmus einerseits unter Minderwertigkeitsgefühlen, andererseits zeigen sie sich nach außen als arrogant, abwertend und selbstverliebt. Eines der Kernmerkmale einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist der Mangel an Empathie. Zwar können Patienten, die unter einer solchen Störung leiden, gut erkennen, was andere Menschen fühlen, denken und beabsichtigen, sie zeigen jedoch wenig Mitgefühl.

Die Wissenschaftler um Privatdozent Dr. Stefan Röpke von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité und Leiter der Arbeitsgruppe Persönlichkeitsstörungen, zeigen in der vorliegenden Studie erstmals das strukturelle Korrelat dieses Defizits auf. Sie analysierten insgesamt 34 Probanden, von denen 17 unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung litten. In einer Vorstudie konnten die Wissenschaftler mithilfe verschiedener Tests bereits zeigen, dass diese …..

http://www.charite.de/charite/presse/pressemitteilungen/artikel/detail/veraenderte_anatomie_des_gehirns_bei_pathologischem_narzissmus/

Hannes Hempel legte an der Justus-Liebig-Universität Gießen eine interessante Disseration vor. Trance ist ein veränderter Bewußtseinszustand. D. h. Trance weicht wahrnehmbar vom normalen Wachbewußtsein ab. Die besonderen Merkmale der Trance sind eine vorübergehende Einengung der Wahrnehmung und eine Fokussierung der Aufmerksamkeit. Zusätzlich können Verhalten oder Bewegungen stereotyp sein. Vereinzelt tritt nach Trancezuständen eine Amnesie auf. Trancezustände lassen sich in drei Kategorien einteilen: die ekstatische, die schamanistische und die hypnotische Trance. Diese Arten unterscheiden sich bezüglich des Settings, in dem sie auftreten, der Induktionsmethode und ihrer spezifischen Merkmale.

Die ekstatische Trance steht meistens in einem mystischen oder spirituellen Kontext. Die schamanistische Trance tritt als Teil eines Heilrituals auf. Bei der hypnotischen Trance werden Menschen durch einen Hypnotiseur oder eine spezielle Induktionsmethode in einen Trancezustand versetzt. Eine Induktionsmethode besteht in der Stimulation mit Musik und computergenerierten Visualisierungen. Diese Methode wurde in der vorliegenden Studie eingesetzt ………

Die Korrelation zwischen den Trancetiefe-Werten der beiden Induktionen zeigte, dass die Tranceinduktion mit Musik und Visualisierungen funktionierte. Die Reaktionen auf die Stimulation waren nicht willkürlich. Ebenso spricht die Korrelation zwischen Trancetiefe und Absorptionsfähigkeit dafür, dass das Erleben an die Disposition geknüpft war. Hinsichtlich der neuronalen Aktivierung ist die erwartete Hypofrontalität eingetreten. Dies konnte zum ersten Mal explizit gezeigt werden. Mit der Deaktivierung ging ein Anstieg in den visuellen und auditiven Kortexarealen einher…….

http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7421/pdf/HempelHannes_2010_01_26.pdf

15. June 2013 · Comments Off · Categories: Psychologie, Psychotherapie · Tags: ,

Einblicke, Entzerrungen, Ausblicke

Kurt Ludewig zählt zu den einflussreichsten Wegbereitern der systemischen Therapie. Seit über 30 Jahren gestaltet er deren Entwicklung in zentralen Positionen mit, u. a. als Vorstandsmitglied der European Family Therapy Association (EFTA). Zu Beginn des Buches fasst er persönliche Beobachtungen und Erkenntnisse aus dieser Zeit zusammen. Dabei setzt er sich kritisch mit liebgewonnenen Selbstverständlichkeiten der therapeutischen Praxis auseinander.

Seine aktuellen Betrachtungen beginnt Ludewig beim „systemischen Menschenbild“ und widmet sich anschließend dem Verhältnis von Realität und Konstruktion sowie von Sinn und Ethik in der klinischen Theorie. Am Ende dieses Teils beschäftigt sich der Autor mit der Ausdifferenzierung der systemischen Therapie und dem mittlerweile etablierten Regelwerk.

http://www.carl-auer.de/programm/978-3-8497-0008-9

15. June 2013 · Comments Off · Categories: Forschung und Wissenschaft, Psychologie

Psychologen der Universität Leipzig haben einen wichtigen Baustein der Wahrnehmung von Umweltgeräuschen entdeckt. In einem Schlüsselexperiment erkannten Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsforscher unter der Federführung von Prof. Dr. Erich Schröger vom Institut für Psychologie, dass ein ausbleibendes Geräusch ähnliche Hirnantworten auslösen kann wie ein reales Geräusch.

Die Psychologin Dr. Iria SanMiguel und ihre Kollegen aus der Arbeitsgruppe um Schröger stellten dies in einem Versuch mit etwa 20 Personen durch Hirnstrommessungen fest: In etwa einmal pro Sekunde sollten die Probanden auf einen Knopf drücken, wodurch ein Geräusch erzeugt wurde. Als der Ton gelegentlich ausblieb, war die Hirnaktivität fast identisch wie zuvor mit Geräusch. “Das war ein überraschendes Ergebnis”, sagt Schröger, dessen Team die neuen Erkenntnisse kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift “The Journal of Neuroscience” veröffentlicht hat.

http://www.zv.uni-leipzig.de/service/presse/pressemeldungen.html?ifab_modus=detail&ifab_uid=9d27fdf24720130615091000&ifab_id=4965

15. June 2013 · Comments Off · Categories: Forschung und Wissenschaft, Psychologie

Um Zahlen ranken sich allerlei Mythen, denn ihre Symbolkraft ist groß. Die 5 soll diabolisch sein, die 2 weiblich und die 9 vollendend. Warum eigentlich? Philosophiehistoriker Wilhelm Schmidt-Biggemann hat die Entstehung solcher Deutungsmuster erforscht.

Es gibt Menschen, die am Freitag den 13. keine Flüge buchen oder im Hotel niemals ein Zimmer mit der Nummer 13 reservieren würden. Das sogenannte verflixte siebte Jahr soll Paaren Unglück bescheren. Wenn Professor Wilhelm Schmidt-Biggemann beantworten soll, wie viel Wahrheit in solchen Mythen steckt, muss er erst einmal schmunzeln. Der Philosophiehistoriker kennt die Gründe dafür, dass solche Geschichten entstanden sind. Seit vielen Jahren erforscht er die Symbolik der Zahlen, gilt als Experte auf dem Gebiet.

Professor Schmidt-Biggemann, weißer Bart und sonore Erzählstimme, ist ein akademisches Urgestein auf seinem Gebiet. Seit 1979 forscht und lehrt er an der Freien Universität. Philosophie, Theologie und symbolische Mathematik haben den Professor Zeit seiner wissenschaftlichen Karriere beschäftigt.

http://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/fundiert/2012_02/04_brzoska/index.html#content

Barmer Grafik 2013Seit Jahren greift der BARMER GEK Arzneimittelreport neue Themen auf und schreibt andere fort. Auch in diesem Jahr liefert der Report den bewährten Mix aus routinemäßigen Analysen der Arzneimitteldaten 2012 und vielen Spezialauswertungen.

Ein Megatrend im Gesundheitswesen heißt „Multimorbidität“ – die Zahl der Mehrfacherkrankten nimmt mit fortschreitender Alterung unserer Gesellschaft kontinuierlich zu. Folgeerscheinung ist die sogenannte „Polypharmazie“.

Besorgniserregend hoch stufen die Bremer Forscher die Verordnungszahlen von Antipsychotika für Kinder und Jugendliche ein. Von 2005 bis 2012 sind die Verschreibungen um 41 Prozent gestiegen. Verursacht werden die Zuwächse vor allem durch neuere Präparate (+ 129 Prozent), während die Verschreibungen älterer Medikamente leicht rückläufig sind. Ein differenziertes Bild zeigt der Blick auf einzelne Altersgruppen. Bei Kleinkindern bis vier Jahren verschreiben Ärzte kaum noch Antipsychotika. Bei allen anderen steigen die Verordnungszahlen, am stärksten bei den 10- bis 14- Jährigen. „Eine medizinische Erklärung dafür lässt sich nicht direkt herleiten“, betont Glaeske. Weder zeigten Studien einen Anstieg psychiatrischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen, noch hätten sich die relevanten Therapieempfehlungen geändert. Zudem dürfe man nicht ausblenden, dass Antipsychotika zum Teil gravierende unerwünschte Wirkungen haben.

https://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Infothek/Studien-und-Reports/Arzneimittelreport/Arzneimittelreport-2012/Content-Arzneimittelreport-2012.html

Liebe und VerliebtseinWelche Gedanken, Gefühle und Handlungen kennzeichnen die Liebe? Worin unterscheiden sich Liebe und Verliebtheit? Erwartet man vom Partner mehr oder andere “Liebesbeweise”, als man selbst zu zeigen bereit ist? Und schließlich: Welche Umstände führen zu einem “Entlieben”? Das sind Fragen zur menschlichen Liebe, die empirisch untersucht wurden. Mit einem Kind der Liebe, der Eifersucht, beschäftigt sich ein weiterer Beitrag (“Eifersucht – ein Kind der Liebe”).

Jeder, der die Liebe erlebt hat, dürfte wohl der Behauptung zustimmen, daß dieses Gefühl das schönste und wichtigste ist, das Menschen erleben können. Wer sich jedoch wissenschaftlich mit dem Thema “Liebe” auseinandersetzen will, muß rasch feststellen, daß damit der Vorrat an unstrittigen, von allen geteilten Meinungen zur Liebe auch schon erschöpft zu sein scheint. Sogar die Frage, ob die Liebe überhaupt wissenschaftlich analysiert werden kann und soll, wird kontrovers beantwortet.

Insbesondere zwei populäre “Mythen” bezweifeln die Möglichkeit bzw. den Wert einer wissenschaftlichen Erforschung der Liebe: Der erste Mythos besagt, daß die Aufgabe, das Phänomen der menschlichen Liebe zu definieren und zu erklären, prinzipiell unlösbar sei. Man habe es zwar seit Jahrtausenden versucht, aber bis heute könne keiner genau sagen, was die Liebe ist. Die Liebe sei etwas Rätselhaftes, ein unergründliches Geheimnis.

…….

Die empirischen Untersuchungen, über die hier berichtet wird, sollten einen Beitrag zur Klärung dieser Frage leisten: “Was meinen wir, wenn wir von Liebe – genauer: der Liebe zum Partner – reden?” (Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird nicht jedesmal von “Partner/Partnerin” gesprochen, auch wenn natürlich stets alle denkbaren Partnerkonstellationen in ‘romantischen’ Liebesbeziehungen gemeint sind).

In einem ersten Schritt wurde ein Satz von 30 Merkmalen ermittelt, …..

http://www.presse.uni-oldenburg.de/f-aktuell/9718ebme.htm

“TETRIS feiert sein sein 29-jähriges Bestehen. Unzählige Menschen auf der ganzen Welt vertreiben sich damit die Zeit. Das Konzept des Spiels ist so simpel wie süchtig machend: Herabfallende unterschiedlich geformte rechtwinklige Steine können je um 90 Grad gedreht werden und müssen dabei so platziert werden, dass sie am unteren Rand eine lückenlose Reihe bilden. Wenn die Reihe komplett ist, verschwindet sie und die darüberliegenden Reihen rücken nach unten. Umso mehr Reihen gleichzeitig entfernt werden, umso mehr Punkte erhält der Spieler.

Gleich spielen: http://www.freetetris.org/

Doch “Tetris” ist nicht nur ein netter Zeitvertreib, es macht auch schlau und könnte sogar bei der Trauma-Therapie helfen. Forscher an der Universität von Kalifornien haben herausgefunden, dass beim “Tetris”-Spielen sowohl Hirnareale aktiv sind, die komplexe Bewegungen steuern, als auch Bereiche, die für Sinneseindrücke zuständig sind. Und diese intensive Beanspruchung macht schlau: Drei Monate ließen die Wissenschaftler ihre Versuchspersonen intensiv daddeln – danach hatten sich in ihrer Gehirnrinde viel mehr neue Nervenzellen gebildet, als bei den Probanden, die nicht “Tetris” spielten.

Doch nicht nur Hirnforscher, auch Psychiater beschäftigen sich mit dem Computerspiel. Die Neurowissenschaftlerin Emily Holmes von der Universität Oxford stellte bei einem Experiment fest, dass Menschen mit einer so genannten Posttraumatischen Belastungsstörung durch “Tetris”-Spielen seltener von Flashbacks gequält werden.”

http://de.euronews.com/2013/06/05/tetris—der-klotzchenklassiker-feiert-29-jahriges-jubilaum/

Reference:

Holmes, E. A., James, E. L., Coode-Bate, T., & Deeprose C. (2009). Can playing the computer game “Tetris” reduce build-up of flashbacks for trauma? A proposal from cognitive science. PLOS ONE, 4(1), e4153.doi:10.1371/journal.pone.0004153.

Regionale psychiatrische Inanspruchnahme und Versorgungsbedarf in der Schweiz
Datengrundlagen, statistische Modelle, ausgewählte Ergebnisse – eine explorative Studie / Schweizerisches Gesundheitsobservatorium

Im ersten Teil der Studie wird die psychiatrische Inanspruchnahme in der Schweiz analysiert. Sowohl stationäre (Kliniken) als auch ambulante Angebote (Praxen und „Institutionen“) werden berücksichtigt. Anschliessend werden mit den verfügbaren Daten statistische Modelle gebildet zur Schätzung von Inanspruchnahme und Versorgungsbedarf auf regionaler Ebene. Dies erfolgt für jedes der drei psychiatrischen Versorgungsangebote.

Vergleiche nach Versorgungsbereichen
Rund 480‘000 Personen nehmen in der Schweiz innerhalb eines Jahres psychiatrische Behandlung in Anspruch. Während fast 300‘000 Patientinnen und Patienten in einem Jahr eine ambulante fachärztliche Behandlung und/oder eine delegierte Psychotherapie in Praxen in Anspruch nehmen, sind es in stationären Einrichtungen knapp 60‘000 Patient/innen und in den ambulanten Institutionen ca. 120‘000 Fälle.

04.06.2013

http://www.obsan.admin.ch/bfs/obsan/de/index/05/publikationsdatenbank.html?publicationID=5190

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